7.2.19, Singapur

 

Nicht „Zurück in die Zukunft“, sondern wohl eher „Vorwärts in die Vergangenheit“ mein Motto der nächsten Wochen. Seit genau zwei Jahren bin ich nun unterwegs, habe 34 Länder besucht, mehrere davon zweimal und bin rund 42`000 Km Velo gefahren. Unglaublich viele Eindrücke, Menschen, Landschaften und Geschichten habe ich erlebt, gesehen und gehört und eigentlich keine davon möchte ich missen. Das reisen mit dem Fahrrad braucht aber definitiv auch viel Energie. Einerseits natürlich körperlich, also das effektive treten. Daran gewöhnt man sich aber relativ schnell und es bereitet mir überhaupt kein Problem, wenn ich weiss das ein Tag mit vielen Kilometern oder Bergen ansteht. Ich denke viel mehr Energie brauche ich zum verarbeiten der ganzen Eindrücke. Fast jeden Tag erlebe ich etwas Neues, schlafe an einem anderen Platz und muss schauen wo ich essen und trinken bekomme. Manchmal ein bisschen viel für mein Gehirn und auch den Geist. Wenn ich mir Fotos oder Videos meiner Reise anschaue, realisiere ich erst wieder, was ich schon alles erleben durfte. Bin das wirklich ich auf dem Bild? War ich wirklich auf diesem Berg? Habe ich echt da gezeltet? Diese Fragen kommen mir dann manchmal in den Sinn beim betrachten der Fotos. Mit meiner Reiseroute bin ich sehr zufrieden. Ich bin froh, habe ich nach dem erreichen von Singapur an Weihnachten 2017 meinen Weg weiter nach Indonesien, Ost Timor bis Australien und Neuseeland fortgesetzt. Danach habe ich einige Zeit überlegt, wohin ich weiter will. Rüber nach Amerika oder in Asien bleiben, dass waren für mich die zwei Optionen. Die Entscheidung Japan, Taiwan und dann nochmals Südostasien zu besuchen war goldrichtig. Ich habe auch für mich gemerkt, dass ich für Amerika, besonders Südamerika, nochmals neue Energie tanken muss. Ich wollte keinesfalls dort hingehen ohne wirklich fit zu sein. Damit meine ich fit und bereit im Kopf, vom Körper her gar kein Problem zurzeit. Genau deshalb bin ich auch wieder in Singapur. Von hier aus geht meine Reise nämlich weiter, oder eben besser gesagt, zurück. Ja ihr lest richtig. Ich komme zurück nach Europa. In Singapur bin ich aber nicht etwa, um dort in ein Flugzeug zu steigen. Nein, ich werde ein Schiff besteigen. Genauer gesagt ein Riesengrosses mit ganz vielen (rund 16`000) Containern. Die „Vasco de Gama“, so der Name des Frachters, bringt mich dann in rund 3 Wochen von Singapur durch den Indischen Ozean, das rote Meer, den Suezkanal und anschliessend das Mittelmeer nach Spanien, genau gesagt nach Algeciras ganz „unten“ in Spanien, nahe Portugal und Afrika (Strasse von Gibraltar). Der Plan ist im Moment, dass ich zwischen 28.2 und 1.3.19 in Algeciras ankommen werde. Ich bin dann aber nicht in 2-3 Wochen zuhause, sondern werde noch ein wenig länger in Spanien bleiben. Bereits 3 Mal war ich als Gast bei Eitzinger Sport in Cambrils (südlich von Barcelona), um mich auf den Gigathlon oder andere Wettkämpfe vorzubereiten. Von Ende März bis zum 1. Juni werde ich dieses Jahr dort als Gruppenleiter auf dem Fahrrad im Einsatz sein. Ich kann mein schweres Velo gegen ein Rennvelo tauschen und mit den Gästen von Eitzinger in der wunderschönen Landschaft umherdüsen. Nach meiner Zeit in Cambrils werde ich dann langsam den Rückweg nach Hause antreten. Ich weiss noch nicht, wieviele Umwege ich in Europa machen werde. Eventuell über Frankreich und dann Richtung Norden nach Belgien, Holland, Deutschland und dann nach Hause…ich werde es kurzfristig entscheiden. Mein ganz grober Plan ist Ende Sommer zuhause zu sein. Ihr seht also, es könnte schon noch so 6 bis 7 Monate dauern :). Falls ihr mich früher sehen wollt, wie wäre es mit einem Urlaub in Spanien? Auf https://www.eitzinger.ch/de/rennvelo-ferien/cambrils findet ihr ein paar gute Angebote. Ihr müsst ja nicht gleich für einen Ironman trainieren. Es gibt auch sehr gemütliche Gruppen mit kleinen Ausfahrten oder ihr könnt natürlich einfach den Strand und die Frühlingssonne in Spanien geniessen…

 

Ich freue mich seit ein paar Wochen riesig auf Europa. Wieder meine gewohnte Welt und näher zu Freunden und Familie. Ich freue mich auf das essen und einen guten Tropfen Wein, auf weniger Verständigungsprobleme (auch kulturell) und natürlich auch, dann irgendwann Ende Sommer wieder in der Schweiz einzutreffen. Soweit meine News, mit welchen ich sicher den einen oder die andere überraschen konnte. Ich geniesse nun die letzten Tage hier in Singapur und bereite schon mal alles für meine Zeit auf dem Schiff vor. 

 

Wir sehen uns. Irgendwann. Irgendwo. 

Mathias

 

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Mathias Jäger