in Deutschland


Danke Inke und Bernd!
Danke Inke und Bernd!

28.7.19, Camping Dänemark - Rückblick Deutschland

 

Schon bin ich wieder raus aus Deutschland, zumindest fürs erste. Hannover war dann noch ganz anstrengend bis zum Schluss. Ich hatte einen Tag Kater vom feinsten (zu viel Ouzo beim Griechen), bin erst morgens um sieben ins Bett gekommen und habe eigentlich das ganze „Sonntagsprogramm“ verschlafen. War aber sehr lustig, wir haben es uns gut gehen lassen und über alte TUI Zeiten gelacht. So ging es dann einen Tag später in Richtung Hamburg. Dazwischen lag noch eine Campingnacht irgendwo am Waldesrand. Richtig gut geschlafen habe ich allerdings nicht, da morgens um drei Uhr ein paar Wildschweine relativ nahe an meinem Zelt vorbeigelaufen sind. Danach war aber wieder Ruhe. Ich finde es immer erstaunlich, wie all meine Sinne beim „wild“ campen extrem geschärft sind. Auch wenn ich mich fast immer sehr sicher und gut aufgehoben fühle an meinen Campingspots, ist der Körper trotzdem aufmerksamer. Kaum ein Geräusch entgeht einem und wenn dann eben um drei Uhr ein paar Wildschweine vielleicht 50 oder 100 Meter daneben durch trampeln, bin ich innerhalb von Sekunden hell wach und total aufmerksam. Ist schon erstaunlich, aber natürlich auch toll, das dies so funktioniert. Ich denke, man muss sich und seinen Körper aber gut kennen und dann auch auf diese Signale achten. Klappt anscheinend bei mir im Moment. In Hamburg habe ich dann leider keinen Platz zum schlafen gefunden und bin mal wieder in ein Hostel. War eigentlich auch ganz gut, obwohl es so gross war, dass praktisch kein Kontakt zu anderen Reisenden entstanden ist. Ich habe mir bei 35 Grad natürlich die Stadt angeschaut, eine kleine Hafenrundfahrt gemacht und abends das Musical „heisse Ecke“ besucht. Sehr lustig präsentieren die dort im Tivoli Theater einen Tag auf der Reeperbahn mit allem was dazu gehört. Das ganze auch musikalisch und schauspielerisch auf hohen Niveau. So habe ich in Hamburg mal wieder seit längerer Zeit richtiges Touristenprogramm gemacht, bevor es mit einem 155km und 140km Tag weiterging an die Grenze zu Dänemark, genau gesagt nach Aventorf. Hier wurde ich nämlich bereits von Inke und Bernd in ihrem Restaurant empfangen. Wieso das? Wir haben uns im Januar 2017, also ganz kurz vor meiner Abfahrt, auf Gran Canaria kennengelernt. Ich war dort nochmals in einem Kurzeinsatz für die TUI unterwegs und Inke und Bernd als Gäste. Ich habe ihnen von meinen Reiseplänen erzählt und sie haben mich immer ein wenig über FB und Instagram verfolgt. Tatsächlich führte mein Weg jetzt also an diesem kleinen Dorf vorbei und wir haben uns gefreut uns wiederzusehen. Ich verbrachte zwei Nächte mit ihnen, durfte das gute essen im Restaurant ausgiebig testen, bekam sogar noch das Auto um an den Strand zu fahren und wir haben natürlich viel über meine Reise geredet. Für mich ein toller Abschluss in Deutschland und wieder einmal tolle Gastfreundschaft. Von dort war es dann wirklich nur noch um die Ecke, rund 150 Meter, bis zur Grenze nach Dänemark. Dort bin ich am ersten Tag rund 120km gefahren, hatte schon ein heftiges Gewitter (war aber im trockenen), einen Platten Reifen (der 1. seit mehr als einem halben Jahr) und natürlich auch wieder mal andere Währung als Euros, nämlich dänische Kronen…

Zwei Tage habe ich in Hamburg verbracht. Sicher eine Stadt, in welche ich nochmals zurückkehren werde. Wenn man allerdings so auf sein Budget schauen sollte wie ich im Moment, lauern einfach sehr viele Verführungen. Und damit meine ich nicht nur die Reeperbahn und all das rote Licht. Zum Beispiel auch ein riesengrosser Globetrotter Outdoor Shop mit etlichen Sachen für eine grosse Fahrradreise :). Morgen geht es weiter bis in den Norden von Deutschland und dann ab nach Dänemark.

Hannover, 20.7.19

 

Seit rund 10 Tagen bin ich nun in Deutschland. Nachdem ich Brüssel und die Tour de France besuchte ging es noch rund 2 Tage, bis ich nach über 2.5 Jahren wieder einmal einen Teil meiner Familie sehen durfte. Mein „kleiner“ Bruder, seine (deutsche) Frau und meine kleine Nichte waren zu Besuch beim Schwiegerpapa am Niederrhein. Hier konnte ich auch das erste Mal meine kleine Nichte Romy in live sehen und nicht nur durch einen Bildschirm. Abgesehen davon, dass wir uns somit sehr bewusst geworden sind, wieviel Zeit seit dem letzten treffen vergangen ist, kam es uns nicht so vor wie 2.5 Jahre. Ich genoss die Woche bei ihnen, wir haben viel unternommen und hatten einfach eine gemütliche Zeit mit viel Kaffee, Kuchen und Eis. Ich bin mir aber während dieser Tage auch bewusst geworden dass so ein Familienleben inklusive Hund im Moment nichts für mich wäre. Ich merke, dass ich noch weiterreisen und Sachen entdecken will und dies mit dem Fahrrad. Somit ja eigentlich auch alles super wie es ist. Ich hoffe aber auch, dass es nicht wieder 2.5 Jahre dauert bis zum nächsten treffen…

Für mich ging es dann weiter via Münster und einer weiteren Nacht im Zelt nach Hannover. In Münster bin ich wieder einmal mehr bei einem Warmshower Gastgeber untergekommen. Eine richtige Studentenbude mit viel Chaos und sieben BewohnerInnen. Abends bin ich mit in ein Theater und ein weiterer sehr unkomplizierter Abend war wieder hinter mir. Was mir hier in Deutschland jetzt so richtig krass vorkommt, dass ich wieder alles lesen und auch verstehen kann. Es ist ja das erste Mal seit meinem zweiten Reisetag im Februar 2017, dass ich wieder in einem deutsch-sprechenden Land bin. Viele lange und komplizierte Wörter fallen mir auf und vor allem auch viele Verkehrs- und Verbotsschilder. Allgemein ist die Grundstimmung im Strassenverkehr schon sehr aggressiv und negativ. Die Menschen haben meines Erachtens grundsätzlich schlechte Stimmung oder sehen zumindest so aus. Sehr komisch für mich und wenn man mal jemanden grüsst, kommt selten etwas zurück. So richtige „erste Welt Probleme“, beherrschen hier leider einen Grossteil des Alltags, wie mich dünkt.  Ein Vorteil in Deutschland sind natürlich die zahlreichen Fahrradwege. Fast immer kann ich auch separaten Wegen fahren und entfliehe somit dem Strassenverkehr. 

 

Hier in Hannover konnte ich ebenfalls alte Bekannte treffen. Von 2004 bis 2007 habe ich als Animateur für die TUI gearbeitet, welche in Hannover ihren Hauptsitz hat. Auch wenn inzwischen die meisten Leute nicht mehr dort sind oder man sich aus den Augen verloren hat, gab es trotzdem noch den einen oder anderen Kontakt. Bei Peter und seiner Familie kam ich somit für eine Nacht unter und es war super über alte Zeiten zu reden und einfach ein wenig an diese Zeiten anzuknüpfen. Später am Abend kam noch Petra dazu, mit der ich 2004 zusammen gearbeitet habe und alle zusammen hatten wir einen feinen Pizzaabend mit dementsprechenden Getränken ;).


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Mathias Jäger