Cape Reinga - nördlichster Punkt Neuseelands
Cape Reinga - nördlichster Punkt Neuseelands

17.7.18 Ahipara

 

Die Tage vergehen mal wieder ganz schnell und ich komme wieder mal dazu, ein paar Zeilen zu schreiben. Für mich ging es immer in Richtung Norden, rauf zum Cape Reinga, dem nördlichsten Zipfel von Neuseeland. Meist ging mein Weg der Küste entlang, vorbei an schönen Küsten und grünen Hügeln. Manchmal waren die Hügel sogar ein bisschen Berge und es gab doch den einen oder anderen Anstieg. Wie immer kommt nach dem Anstieg aber die Abfahrt und auch diese habe ich wieder genossen. Auch das Wetter hier ist ein auf und ab. Jeden Tag regnet es und jeden Tag ist es richtig angenehm warm. Das ganze manchmal im 15 Minuten Abstand. Meine zwei Tage hoch in der Spitze waren aber insgesamt doch recht schön. Das einzig mühsame ist das immer nasse Zelt, welches eigentlich gar nicht mehr wirklich trocken wird. Nun bin ich wieder auf dem Weg nach Auckland, diesmal aber der anderen Küsten entlang. Auch hier wird es wieder hügelig und ich kann Höhenmeter sammeln. Die gestrige Nacht habe ich auf einem tollen Campingplatz verbracht. Super Infrastruktur, Feuer im Kamin, richtig heisse Duschen und alles was dazu gehört. Der Camping ist 5 Minuten vom 90 Miles Beach, also dem riesigen Strand entfernt. Dort tummeln sich die Surfer und sogar von Autos und Pferden wird der Strand benutzt. Hier habe ich noch zwei Amis getroffen (Mama und Sohn), welche auch mit dem Fahrrad Neuseeland bereisen. Es ergaben sich wieder mal gute Gespräche. Dies ist ja leider mit den Einheimischen nicht so der Fall. Durch die unglaublich grosse Zahl an Backpackern, welche vor allem im Sommer hier sind, sind die Neuseeländer hier ein bisschen skeptisch oder sogar negativ eingestellt. Niemand will wirklich mit einem reden und niemand interessiert es wirklich, was du da mit dem Fahrrad machst. Bisschen komisch, wenn man weiss, wie die Leute in anderen Ländern meist reagieren...

12.7.18 Russel, NZ

 

Ich sitze gemütlich vor meinem kleinen Häuschen für heute Nacht. Mein Blick schweift runter zum Meer, wo die Flut langsam aber kontinuierlich ansteigt. Rundherum ist alles grün, die Vögel zwitschern und ab und zu hört man ein Auto in der Ferne. Es ist jetzt 17:00 Uhr und die Sonne ist gerade hinter einem Hügel verschwunden und wird heute nicht mehr scheinen, wo ich jetzt sitze. Meine Gastgeber, ebenfalls Velofahrer, wohnen rund 50 Meter weg und haben sich ein ganz schickes Haus selber gebaut. Gerade sind sie dabei, die letzten Details zu Ende zu machen. Es war ein schöner Tag, wie auch schon gestern. Allerdings sind auch hier in NZ die Nächte frisch und meist ist das Zelt am morgen ziemlich nass vom Regen oder Tau. Dass sind dann die nicht so schönen Momente, wenn ich mich um 7:30 Uhr aus dem Zelt quäle und bei rund 2 Grad zusammenpacke und etwas esse. Neuseeland hat mir die ersten zwei Tage nicht besonders gefallen. Viel Regen, viel Verkehr und auch die Landschaft hat mich nicht aus den Socken gehauen. Nun aber, ein wenig mehr Abseits der Strassen, entlang der Küste ist es richtig schön. Es geht die ganze Zeit rauf und runter, aber das habe ich ja gewusst. Es macht sogar Spass, endlich wieder ein paar Berge oder Hügel zu fahren. Die Leute sind ganz nett, aber sehr viel Kontakt hatte ich noch nicht mit den Kiwis. Gestern Abend wurde es langsam dunkel und ich habe bei einem Kaffee angehalten und gefragt, ob ich nicht irgendwo mein Zelt aufstellen kann für die Nacht. Der Koch hat mich dann zu sich nach Hause mitgenommen. Ein lustiger Zeitgenosse. Er lebt selber so ein wenig von der Hand zum Mund, macht ein paar Aushilfsjobs und reist vor allem umher. Im Moment wohnt er ganz, ganz einfach bei nem Freund, welcher im Moment in Australien ist. Kein fliessend Wasser, Plumpsklo und eine einfache Holzhütte. Aber ganz schön gelegen, noch am Meer und mit genügend Platz für mein Zelt. Morgen geht es für mich mit der Fähre rund 20 Minuten übers Meer und dann immer weiter in Richtung Norden, ans Cape Reinga. 

Interview auf Radio Rottu hier klicken 

7.7.18 Auckland, Neuseeland

 

Ich bin in meinem nächsten Land angekommen. Zuvor gab es noch ein paar ruhige und entspannte Tage in Melbourne. Mein Fahrrad war verpackt für den nächsten Flug und ich erkundete die Stadt zu Fuss und mit dem gratis Tram. Es gibt ein paar recht schöne Ecken in Melbourne, aber es ist natürlich auch nur eine Stadt wie fast jede andere. Einen Nachmittag habe ich noch mit meinen Host`s Brenda und Tristan aus Adelaide verbracht. Diese sind für einen Kurztrip nach Melbourne gekommen und wir haben uns zusammen Australian Football angeschaut. Es war ein U18 Turnier und zwei der Spieler waren Cousins von Brenda. Dann ging es wieder zum Flughafen und die letzten Stunden in Australien waren angebrochen. Check lief sehr gut und so hatte ich noch Zeit für einen feinen Burger und ein letztes Bierchen. Mein Flug sollte um 23:15 sein, verspätete sich aber etwas und gegen 00:00 Uhr waren wir dann in der Luft. Mit 2 Stunden Zeitverschiebung landeten wir um 4 Uhr in der Nacht in Auckland. Dann ging es durch die Kontrollen und natürlich wurde mein Fahrrad und Zelt nochmals extra inspiziert, da auch Neuseeland sehr starke Kontrollen hat bei der Einfuhr von outdoor Sachen. Aber alles kein Problem und ich konnte endlich mein Fahrrad zusammenbauen. Na ja, Fazit der letzten Stunden, keinen Schlaf. Gegen 8 Uhr war ich dann bereit und es ging die rund 25 km in die Stadt hinein. Hier erwartete mich mein Host Nicholas und seine Freundin in ihrer kleinen Wohnung mitten im Zentrum von Auckland. Dann konnte ich mich endlich ein paar Stunden hinlegen..

Neuseeland 6.7.18

Meine Aussicht in Auckland beim Couchsurfer Nicholas aus Kolumbien
Meine Aussicht in Auckland beim Couchsurfer Nicholas aus Kolumbien