19.10.18 Hiroshima

 

Nach zwei Nächten im Guesthouse ging es weiter. Das Wetter zeigte sich von seiner schönen Seite und es folgten ein paar richtig schöne Herbsttage. Zuerst ging es auf die letzte Sekunde auf die Fähre nach Shodoshimo. Das Schiff war schon am ablegen und ich habe mich von weitem Bemerkbar gemacht. Zum Glück haben sie noch gewartet, ansonten hätte ich drei Stunden warten müssen. So ging es nun aber schön mitten am Tag auf die Oliveninsel, wie Shodoshimo auch genannt wird. Es war dann auch wirklich fast wie in Griechenland, da sie auch noch diese weissen Häuser hatten mit den typisch griechischen blauen Kupeln. Nach den Oliven kamen die Reisfelder, nur ungefähr 10km weiter. Natürlich jetzt nicht so eindrucksvoll wie in Bali oder anderen Südostasiatischen Ländern, aber trotzdem recht schön. Nach einer Nacht ging es dann auch schon weiter auf die nächste Hauptinsel Japans, Shikoko. Hier gab es ein paar richtige Bergetappen. Was auf der App aussah wie „normale“ Strassen, entpuppte sich in Wirklichkeit meist als kleine asphaltierte Strässchen ohne Verkehr. Also natürlich super für mich. Zum Teil recht steil, aber definitiv noch fahrrbar. Die Gegend hat mir sehr gut gefallen und es gab wunderschöne Wälder, Täler und unglaublich klares Wasser in den Bächen. Übernachtet habe ich immer im Zelt und als ich zurück an der Küste war, fand ich dass es wieder einmal Zeit für ein Zimmer und eine warme Dusche sei. Die Preise für Zimmer sind in Japan ja schon recht teuer (zu anderen Ländern) und für unter 35-40 Franken gibt es fast nicht ausser Hotels in den grossen Touristenstädten. So investierte ich halt dieses Geld, habe schon relativ früh am Nachmittag eingecheckt, Wäsche gewaschen und die Internetleitung strapaziert. Frisch rasiert und gewaschen ging es zum nächsten Highlight Japans, einem Fahrradweg über verschiedene Brücken, welche rund 6 kleine Inseln miteinander verbinden. Nun bin ich hier ungefähr in der Mitte dieser Brücken und es ist wieder einmal wunderschön. Natürlich viel Beton und riesige Bauten, diese Brücken. Aber ein Traum für jeden Fahrradfahrer. Dann war dieser Brückenabschnitt dann aber auch schon bald zu Ende und es ging mit der Fähre zurück auf das Festland, bzw. die Hauptinsel Japan`s. Hier fuhr ich dann mal der Küste entlang und ab und zu auch ein wenig innerhalb des Landes. An der Küste war es zwar schöner von der Aussicht aber der Verkehr war ziemlich stark und ohne wirklichen Platz für mich und meinen Drahtesel. Nach einer weiteren Nacht draussen traf ich dann in Hiroshima ein. Gleich bei der Einfahrt traf ich noch einen Kanadier auf dem Fahrrad. Er ist für einen Monat hier unterwegs und zusammen haben wir uns nen feinen Kaffee und etwas zu essen gegönnt. Er wollte noch weiter fahren und ich habe mein Hostel aufgesucht, welches sehr Nahe am Hiroshima Friedenspark und diesen und noch mehr werde ich dann die nächsten Tage ein wenig besuchen...



10.10.18 Himeji

 

Nachdem ich Sascha bereits in Singapur getroffen habe, gab es nun ein Wiedersehen in Japan. In Singapur noch alles von langer Hand geplant, war es diesmal richtiger Zufall und sehr spontan. Ich habe mich sehr gefreut, wieder mal einen guten Freund von zuhause zu sehen und wir haben zusammen zwei tolle Tage gehabt. Er ist ja mit einer kleinen Reisegruppe unterwegs und die hatten ziemlich Programm. Zum Glück waren aber alle super flexibel und ich konnte mich einfach einen Tag ihrem Programm mit anhängen und habe einen richtigen Touristen Tage mit vielen Infos, Transport mit Auto, essen gehen etc. mitgemacht. Abends in Kyoto sind Sascha, Patrick und ich noch ein wenig um die Häuser gezogen und es uns bei einem Sake oder Bier gemütlich gemacht. Schon sehr schnell trennten sich unsere Wege leider wieder, aber es gab bereits am nächsten Abend ein Wiedersehen. Während ich mich eigentlich mit einem Japaner treffen wollte, welchen ich im Flugzeug getroffen habe, ging es für die Gruppe in Richtung Nara und zum übernachten nach Osaka. Leider hat sich der Kollege Janpaner nicht mehr gemeldet und so bin ich am Ende auch in Osaka gelandet. Was für eine Stadt, unglaublich! Es hat mich echt fast aus den Socken gehauen und es leuchtet und blinkt noch mehr als am Times Square in New York. Echt krass die ganzen Strassen und Strässchen, Bars und Restaurants. Alles natürlich noch im japanischen Stil und mit tausenden von Menschen. Dort im Getümmel habe ich mich also dann noch ein zweites Mal mit Sascha und Patrick getroffen, während die anderen zwei Frauen schon zurück ins Hotel sind. Nach einem weiteren gemütlichen Abend war dann aber wirklich Schluss mit Walliserdeutsch reden und es wurde sich definitiv verabschiedet. Ich blieb noch eine weitere Nacht in Osaka und habe mir die Stadt dann nochmals bei Tag angeschaut. Allerdings merke ich, dass ich so langsam genug von Stadt habe. Seit meiner Ankunft in Japan bin ich ja eigentlich von einer riesigen Stadt in die nächste. Nara – Kyoto – Osaka – Kobe und nun eben Himeji. Auch diese kleinste Stadt hat noch 500`000 Einwohner. Zwischen diesen Städten hört die Stadt auch niemals auf. Alles ist so eng beisammen und man fährt immer an Häusern, Industrie oder Einkaufszentren vorbei. Allerdings finde ich dank meinem Navi auch immer wieder kleine Strassen und ich bin erstaunt wie viele Fahrradwege es hat. Gestern hat mich ein Japaner auf seinem Roller am Fussgängerstreifen angehalten und total untypisch für dessen Kultur, mich angesprochen. In gebrochenem englisch wollte er wissen woher ich komme und ein Foto machen. Na ja, kein Problem ist mir ja in anderen Ländern jeden Tag so ergangen. Erstaunt war ich dann aber, als er zwei Minuten später wieder nehmen mir fährt und mir zeigt, ich soll anhalten. Also gut, was soll habe ich mir gedacht und bin angehalten. Da bringt er doch tatsächlich ein paar so gefüllte Brötchen raus und sagt mir, die seien für mich. Nun war ich wirklich erstaunt, habe mich herzlich bedankt und weiter ging es. Abends habe ich nach sehr langem suchen, da ja alles hier Stadt ist, einen Platz für mein Zelt gefunden. In zwei Park`s war zelten verboten und es wurde schon langsam 18:00 Uhr und somit Nacht. Da habe ich noch einen alten, relativ verlassenen Spielplatz gefunden und mich da zwischen ein paar Sträuchern verkrochen Die Nacht war dann auch sehr ruhig und geschlafen habe ich super. Heute morgen ging es dann weiter und schon kurz nach dem Start hat es angefangen wie aus Kübeln zu giessen. Mein Wetterbericht hat mir aufgezeigt, dass es heute nur einmal regnen sollte, nämlich den ganzen Tag. So habe ich bereits nach rund 50km Schluss gemacht und ein super tolles richtig japanischen Guesthouse gefunden. Nun sitze ich hier auf den typischen Tatami Matten in einen 110 Jahre alten Holzhaus und draussen kann es nun schütten, wie viel es will...ich sitze im trockenen. 


4.10.18 Camping am Lake Biwa, ca. 60km vor Kyoto/Japan

 

Nach einer super langen Reise von Wellington über Melbourne nach Singapur ab in den zweiten Flieger und nochmals 6.5 Stunden nach Osaka. Samstag mittag gestartet und Sonntag früh um 09:00 Uhr habe ich endlich Japanischen Boden betreten. Das Beste, mein Gepäck hat auch alles super mitgemacht und ist vollzählig und vor allem ohne Schaden am Band angerollt. Im Flieger nach Osaka hatte ich zufälligerweise zwei Radfahrer aus Japan neben mir. Sie waren gerade eine Woche in Deutschland und Österreich am Radfahren und einer von ihnen sprach sogar recht gut deutsch. Sie zwei haben mir super geholfen die ersten Aktionen in Japan zu tätigen. Geld holen, Sim Karte kaufen und Ticket für den Zug. Da der Flughafen auf einer Insel liegt, muss man über eine Brücke auf das Festland. Allerdings für Fahrräder verboten. Also ging es für eine Station mit dem Zug. Gar nicht so einfach mit dem Fahrrad in der Box und all den Taschen. Aber dank toller Unterstützung ging das alles gut. Zwei Stunden nach meiner Landung wurde der Flughafen geschlossen, da ein weiterer grosser Taifun im Anmarsch war. Dies war auch mir bekannt und so habe ich nur etwas 4km weg von der Zugstation ein Hostel gefunden wo ich die erste Nacht verbrachte. Hier gleich der zweite super Zufall. Markus aus Deutschland beendete gerade seine Veloreise in Japan und machte sich klar um am nächsten Tag einen Flug nach Vietnam zu nehmen. Was kann einem besseres passieren. Er konnte mir super viele Tipps geben und wir gingen noch zusammen in den Supermarkt wo er auch ein paar Besonderheiten erklären konnte. Dann ging es aber endlich los mit fahren und meine erste Strecke führte nach Nara, einer der alten Hauptstädte Japans. Sehr schön über einen kleinen Pass und ansonsten mehr oder weniger auf kleineren Strassen. In Nara angekommen war ich schon ziemlich müde nach rund 100km. In NZ habe ich ja die letzten Wochen nicht mehr viele km gemacht und dazu kamen noch die eigentlich angenehmen, aber für mich halt trotzdem gewöhnungsbedürftigen rund 25 Grad. In Nara im Hostel habe ich auch gleich ne Schweizerin kennengelernt und mit ihr ging es am nächsten Tag durch die Tempelanlagen und Gärten von Nara. Super schön und die Architektur dieser Gebäude und Tempel ist schon grossartig. Nach all diesen Zufällen kam gleich noch einer dazu. Sascha, einer meiner besten Freunde, ist genau jetzt in Japan. Er hat mich bereits in Singapur besucht, aber diesmal ist es echt Zufall. Na ja, Japan ist ja gross und er mit einer Reisegruppe unterwegs (mit Patrick Rohr) und ich auf dem Fahrrad...aber sie sind von Tokio in Richtung Kyoto und Osaka unterwegs und das ist ja für mich praktisch um die Ecke...es ist sogar so, dass ich jetzt noch rund 2-3 Tage Zeit habe für eine Strecke, die ich locker an einem Tag machen könnte. Aber kein Problem, ich habe mir eine Alternative Strecke herausgesucht und mache nun einen Abstecher rund um den grössten See (Lake Biwa) von Japan. Runderhum, also „umunum“ rund 200km. Perfekt für mich. So bin ich nun den zweiten Tag dabei um diesen schönen See zu fahren. Es gibt sogar einen Fahrradweg und ich kann dabei durch kleine Dörfer, hindurch zwischen Reisfeldern und Tempeln ets. Jetzt sitze ich hier am Lake Biwa und habe die zweite Nacht mein Zelt aufgestellt. Japan ist anders, das habe ich bereits gemerkt. Das essen natürlich, dann die komische Sprache und ihre Schriftzeichen aber auch die Menschen sind anders...ich freue mich aber dem noch ein wenig weiter auf die Schliche zu gehen. 


Hello JAPan

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